Skepsis bei KI-Agenten – Mehrheit der Deutschen verweigert Zugriff auf Online-Konten
60 Prozent der Deutschen verweigern sogenannten KI-Agenten den Zugriff auf ihre Accounts. Gleichzeitig schützen sie ihre Konten mit erschreckend schwachen Mitteln: Die meisten verwenden dasselbe Passwort für mehrere (52 %) oder sogar alle (6 %) Dienste. Besonders die Gen Z fällt durch häufiges Passwort-Recycling auf. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der E-Mail-Anbieter GMX und WEB.DE zum Welt-Passwort-Tag am 07. Mai.
KI-Agenten: Große Vorbehalte bei sensiblen Daten
Damit KI-Agenten als nächste Stufe der Digitalisierung autonom im Netz agieren können, benötigen sie Zugriff auf Online-Konten. Doch das Vertrauen der Nutzer ist gering: Lediglich rund 31 Prozent der Deutschen wären bereit, einer KI Zugang zu gewähren – und das nur für ausgewählte Dienste. Am ehesten kommen dafür das E-Mail-Postfach (13 %), Online-Shopping-Konten (12 %) sowie Reiseportale und Streaming-Dienste (jeweils 10 %) infrage. Online-Banking bleibt mit nur 6 Prozent Zustimmung tabu. Die Sorgen sind sehr konkret: 48 Prozent befürchten Hacker-Angriffe auf die KI-Schnittstellen, 47 Prozent sorgen sich um Datenmissbrauch durch die KI-Anbieter und 45 Prozent haben Angst vor Fehlbuchungen oder falschen Aktionen des Agenten. „KI-Agenten werden unseren digitalen Alltag verändern, aber ohne Vertrauen und Kontrolle setzen sie sich nicht durch. Wichtig ist, dass sensible Daten in einer vertrauenswürdigen Infrastruktur gespeichert werden und Nutzerinnen und Nutzer die volle Kontrolle über die Zugriffe der KI-Agenten behalten“, sagt Michael Hagenau, Geschäftsführer von GMX und WEB.DE.Passwort-Recycling bei der Generation Z
Die Nachlässigkeit beim klassischen Passwort bleibt ein Massenphänomen: 58 Prozent der Deutschen verwenden Passwörter mehrfach. Auffällig ist der „Generation Gap“: Ausgerechnet die Digital Natives der Gen Z (18–29 Jahre) sind am unvorsichtigsten – hier recyceln 73 Prozent ihre Zugangsdaten. Bei den über 50-Jährigen ist es nur jeder Zweite (51 %). Dabei ist sich eine Mehrheit von 62 Prozent der Befragten bewusst, dass KI das Knacken schwacher Passwörter heute deutlich vereinfacht.Login-Schutz: E-Mail und Smartphone-App als starke Helfer
Während das klassische Passwort allein für akzeptablen Schutz oft nicht mehr ausreicht, ist der Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) inzwischen weit verbreitet. Gut vier von zehn Deutschen (43 %) nutzen zusätzliche Absicherungsverfahren für Online-Accounts auch über das Online-Banking hinaus, wo sie bereits seit Jahren verpflichtend sind. Bei den zusätzlich genutzten Methoden liegt der SMS-Code mit 63 Prozent klar vorne. Auf Platz zwei folgt die Zustellung eines Sicherheitscodes per E-Mail (45 %). Biometrische Verfahren (32 %) und App-basierte Verfahren wie die Login-Bestätigung per Smartphone-App (22 %) gewinnen ebenfalls weiter an Bedeutung. Parallel dazu etablieren sich zunehmend passwortlose Alternativen: Rund 61 Prozent der Befragten geben an, Passkeys regelmäßig (28 %) oder zumindest für einzelne OnlineDienste (33 %) zu nutzen. Ein weiterer Aspekt mit wachsender Bedeutung: Logins über Drittanbieter. Mehr als jeder Dritte (36 %) meldet sich bevorzugt (9 %) oder zumindest gelegentlich (27 %) über Dienste an wie „Mit Google anmelden", „Mit netID anmelden“ oder „Mit Apple anmelden". Gleichzeitig machen sich 46 Prozent der Deutschen Sorgen, dass der jeweilige Anbieter dadurch Einblick erhält, welche weiteren Dienste sie nutzen. Auch Freunde oder Partner können ein Risiko darstellen. Denn gut ein Drittel (36 %) der Deutschen teilt Zugangsdaten zu Diensten wie Videostreaming (20 %) oder zum E-Mail-Postfach (11 %) mit anderen Personen – sieben Prozent geben sogar ihre Online-Banking-Daten weiter. Auch hier liegen die jungen Erwachsenen der Gen Z an der Spitze: In dieser Altersgruppe geben fast doppelt so viele Menschen (66 %) ihre Zugangsdaten weiter, vor allem für Videostreaming (39 %), Musikstreaming (26 %) und E-Mail (16 %).Umfrage-Ergebnisse im Detail:
Methodik
Das Marktforschungsunternehmen Bilendi hat im April 2026 insgesamt 1.036 deutsche Internetnutzerinnen und nutzer ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ gewichtet. Weitere Informationen stehen unter newsroom.web.de und newsroom.gmx.net zum Abruf bereit.
Über GMX und WEB.DE GMX und WEB.DE
sind mit rund 38 Millionen aktiven Nutzern die führenden E-Mail-Anbieter im DACH-Raum. Als Gründungsmitglieder der Initiative „E-Mail made in Germany“ stehen sie für höchste Sicherheitsstandards und Datenschutz nach deutschem Recht. Die Marken bieten mit der App-Bestätigung (Zwei-Faktor-Authentifizierung) und dem Login-Schutz „Bekannte Geräte“ moderne Verfahren zur Absicherung digitaler Identitäten.
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