Moderne Internet-Fabrik garantiert fast 100-prozentige Verfügbarkeit

10. Januar 2013 von Sebastian Schulte

Im Rechenzentrum Karlsruhe betreiben die United Internet-Marken 1&1, WEB.DE und GMX 17.500 Server

In Karlsruhe betreibt GMX eines der modernsten Rechenzentren Europas. Verteilt auf eine Grundfläche von rund 2.000 Quadratmetern verwalten wir gemeinsam mit den United Internet-Marken 1&1 und WEB.DE über die Hälfte aller E-Mail-Postfächer, die es hierzulande gibt. Außerdem ungefähr jede dritte deutsche Homepage.

Was wir tun, um den Zutritt zum Herzstück der Internet-Fabrik, den insgesamt elf Serverräumen, zu kontrollieren, haben wir hier im Newsroom bereits vorgestellt. Enorm ist aber auch der Aufwand, der zum Schutz vor äußeren Bedrohungen bewerkstelligt wird.

Jeder Raum ist mit Feuer- und Wassermeldern ausgestattet. An der Decke ist zusätzlich ein Rauch-Ansaug-System installiert, das der Brandfrühsterkennung dient und potentielle Gefahrenherde um ein Vielfaches früher entdeckt als konventionelle Rauchmelder. Dazu analysieren hypersensitive Laserpartikeldetektoren permanent die Raumluft. Gebrannnt hat es bislang noch nie. Sollte es aber tatsächlich einmal passieren, hätten die Flammen kaum eine Chance. In Sekundenschnelle würde ein Computer die moderne Löschanlage aktivieren und parallel die Feuerwehr verständigen, die binnen vier Minuten vor Ort ist.

Angesichts der Technik schadet Wasser eher, als dass es hilft. Die interne Brandbekämpfung findet daher mit Argon statt. Im Gegensatz zu CO2 (sinkt zu Boden) oder Stickstoff (schwebt oben) verteilt sich das Edelgas aufgrund seiner Dichte gleichmäßig im Raum. Es ist außerdem ungiftig und reagiert nicht mit anderen Stoffen, so dass keine Explosionsgefahr droht.

Damit unsere Angebote immer erreichbar sind, wurde ein umfassendes Notstromkonzept entwickelt. Fällt die Stromversorgung durch die örtlichen Stadtwerke aus, werden alle Rechner zunächst über vier große Batterieblöcke versorgt. Jeder Block kann 17 Minuten lang eine Leistung von bis zu einem Megawatt stemmen. Ein fünfter Batterieblock steht als Reserve bereit.

Die Stromeinspeisung erfolgt über vier dynamische unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen (USV) nach einem Motor/Generator-Prinzip. Durch das massive Schwungrad (Gewicht: sieben Tonnen) können kurzzeitige Spannungsspitzen und -abfälle problemlos kompensiert werden.

Im Prinzip dienen die Batterieblöcke und USVen aber nur dazu, die Anlaufzeit der fünf 16 Zylinder Diesel-Motoren zu überbrücken, die sich auf dem Dach des Rechenzentrums befinden. Die 2.450 PS starken Kraftpakete werden permanent vorgewärmt und produzieren nach etwa 15 Sekunden genügend Strom für alle Systeme, einschließlich der Klimaaggregate. Bei einer Leistung von 2.000 kVA verbrauchen sie 400 Liter Diesel pro Stunde. Selbst wenn ein Stromausfall länger als 24 Stunden dauern würde, kann der Betrieb aufrechterhalten und der 40.000-Liter-Reservetank über lokale Lieferanten nachgefüllt werden.

Eine intelligente Netzleittechnik kann darüber hinaus auch Mehrfachdefekte kompensieren. So können während eines Versorgungsausfalls durch die Stadtwerke ein Trafo, ein Generator und eine USV in verschiedenen Blöcken ausfallen – und die Last wird trotzdem weiterhin unterbrechungsfrei versorgt. Wie wichtig eine solche Vorkehrung ist, zeigte sich Ende Januar 2008. Nach einem Brand in einem Umspannwerk am Rheinhafen lag Karlsruhe damals teilweise völlig im Dunkeln. Unser Rechenzentrum meisterte diese erste echte Nagelprobe mit Bravour, bis die Stromversorgung in der Stadt wieder hergestellt war.

Überwacht wird die Anlage von einem Leitstand im Erdgeschoss. Hochqualifizierte Spezialisten kontrollieren hier an 365 Tagen pro Jahr rund um die Uhr die Funktionalität der unterschiedlichen Bereiche. Denn nur auf diese Weise kann eine fast 100-prozentige Verfügbarkeit garantiert werden.

Unter http://bit.ly/VRiYor können Sie einen virtuellen Rundgang durch unser Rechenzentrum machen.

Kategorie: GMX Intern

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