Eine App, die den Zugriff beschränkt, sollte auf dem Tablet von Kindern nicht fehlen (Bild: Dron/Fotolia)

Im Rahmen unserer Artikelserie zum Thema „Kinder sicher im Netz“ beschäftigen wir uns heute mit der mobilen Internet-Nutzung. Nach den Ergebnissen einer aktuellen BITKOM-Umfrage gehören Smartphones bei 12- bis 13-Jährigen mit einer Verbreitung von 85 Prozent inzwischen fast schon zur Standardausstattung.

Der IT-Security Fachmann Frank Herold, der lange für unsere Unternehmensgruppe tätig war, beschreibt in einem Gastbeitrag, worauf beim Surfen mit den praktischen Hightech-Helfern zu achten ist.

Mit dem Handy konnte man früher ein paar einfache Games wie Snake oder Solitär spielen, SMS/MMS verschicken und natürlich telefonieren. Smartphones und Tablet-PCs sind leistungsstarke Alleskönner. Bilder, Videos o.ä. sind mit ihnen schnell verschickt. Nicht selten schneller, als einem später irgendwann lieb ist.

Einmal ein Foto in einen Gruppenchat geschickt oder in einem Social Network gepostet – und man kann es nur schwer bis gar nicht mehr rückgängig machen. Deshalb, bevor ich zu digitalen Tipps und einem Ratgeber übergehe, vorab ein paar Anregungen, was Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben sollten:

– Denke nach, bevor du etwas in einen (Gruppen-)Chat schreibst, weil man Dich vielleicht zitiert oder die Sätze nutzt, um Dir zu schaden.
– Nutze keine Dienste, die Bilder direkt irgendwo hochladen (z.B. Instagram).
– Verknüpfe nicht jeden Dienst mit Facebook, weil man sehr leicht vergisst, welche Anwendungen auf private Accounts zugreifen dürfen.
– Respektiere die Privatsphäre anderer, weil Du selbst auch nicht willst, dass jemand Fotos oder Videos von Dir ohne Erlaubnis veröffentlicht.
– Unterschätze die Sichtbarkeit im Internet nicht, denn auch wenn der Personenkreis, der deine Aktionen sieht, vermeintlich eingeschränkt ist, können Freunde/Bekannte sie an Dritte weitergeben oder gar öffentlich machen.

Werden diese fünf Regeln beherzigt, greift man zu einem Anti-Virus-Programm auf dem Smartphone/Tablet sowie einer App, die den Internet-Zugriff beschränkt.

Android:
– Anti-Virus und Zugriffsschutz: avast! Free Mobile Security
– App für das sichere und kindgerechte Surfen: fragFINN App

Apple:
– Eingeschränkter Anti-Virus ohne Zugriffsschutz: Avira Mobile Security
– App für das sichere und kindgerechte Surfen: fragFINN App

In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus…

Bei Android-Geräten können Sie über die App von avast! den „App Lock“ zur Kontrolle des Zugriffs von Apps einstellen. In der kostenlosen Version können Sie das mit zwei Apps testen. Immer wenn der Anwender, also Ihr Kind, auf die jeweilige App zugreifen will, muss ein PIN-Code eingegeben werden. Es können also auch keine Änderungen am System bzw. an den Apps vorgenommen oder gar De-/Neuinstallationen durchgeführt werden.

Frank Herold

Frank Herold

Durch das Geofencing-Modul von avast! führt das Smartphone oder Tablet automatisch eine bestimmte Aktion durch (Sperrung, Alarm, Ortung senden usw.), wenn es einen gewissen Umkreis verlässt. Sie können die avast! mit einem Anti-Theft Modul übrigens fast vollkommen unsichtbar machen und dem Gerät beispielsweise nur erlauben, mit einer festgelegten SIM-Karte zu funktionieren.

Die Einschränkungen der Rechte auf manchen mobilen Endgeräten ist nicht besonders gut zu managen. Für Eltern heißt das: Sie haben zwangsweise einen Mix aus Vertrauen und Kontrolle, wenn Ihr Kind mit Smartphone oder Tablet die Reise durchs World Wide Web beginnt.

Bei der Frage, welches Gerät Sie Ihrem Nachwuchs ruhigen Gewissens in die Hand geben können, sollten Sie bedenken, dass Android-Devices grundsätzlich wesentlich mehr Einschränken zulassen, als dies bei Apple der Fall ist, weil die strenge Firmen-Philosophie von Apple in der Regel nur wenige Änderungen ohne Jailbreak gestattet. Apple-Geräte hingegen sind de facto jedoch von Haus aus sicherer. Letztlich müssen Sie hier abwägen.